Dabeisein: Neues von GTÜ-Classic

Live ist live. Aber gutes Streaming ist fast wie live.

Endlich wieder über Young- und Oldtimer reden. Überhaupt wieder miteinander reden. Sich treffen, gemeinsam gucken, fachsimpeln. Die Messe Retro Classics in Stuttgart wird zum Treffpunkt aller Liebhaber klassischer Fahrzeuge, zum ersten Mal wieder ohne jegliche Einschränkungen.

Eine gute Gelegenheit auch für die GTÜ, mit Fachwissen von sich reden zu machen. Auf der traditionellen Classic-Pressekonferenz am Donnerstag, 21. April 2022, haben die Experten der Prüforganisation einiges zu sagen. Trotz Pandemie hat sich im Classic-Bereich einiges getan. So wird es unter anderem um interessante Details rund um „neue“ Oldtimer und Hintergrundinformationen zur Mängelentwicklung bei Oldtimern gehen.

Nicht nur die Journalisten auf dem Stuttgarter Messegelände können live dabeisein, alle interessierte Classic-Freunde können die Gesprächsrunde von 14:30 Uhr an miterleben. Speichern Sie sich schon mal den Link ab: https://www.gtue.news/live-events/gtue-classic-pressekonferenz-2022-live/

Unter uns: Ein Fest kommt in Schwung

Schlagfertigkeit ist gefragt beim Herbstfest der GTÜ. Eine Bildergalerie.

Termintreue ist eines der höchsten Güter der GTÜ, weshalb es auf den ersten Blick merkwürdig anmutet, wenn aus einem Sommerfest 2020 dann ein Herbstfest 2021 wird. Aber gegen Pandemien und Kontaktbegrenzungen kommt auch eine zuverlässige Prüforganisation nicht an. Im Gegenteil: Vor dem Vergnügen steht die gesellschaftliche Verantwortung alle Beteiligten bestmöglich zu schützen, denn die Gesundheit hat höchste Priorität. Doch der Nachholtermin am zweiten Oktobersamstag ist ein perfekter Kompromiss. Die Wetterlage in Stuttgart ist so, wie es Kurt Tucholsky einmal umschrieben hat: „…wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe Herbst noch nicht angefangen hat – dann ist die fünfte Jahreszeit.“

Im Grünen bekommt die Sache richtig „Drive“

Die Fahrt führt von den Höhen des Stuttgarter Fasanenhofs hinunter ins Neckartal. Die Beschreibung „ins Grüne“ trifft es ziemlich genau, aber sie lässt sich noch präzisieren: Aufs Grün. Das Motto „GTÜ Herbstfest mit Schwung“ hat schon den Weg gewiesen, der direkt zur Stuttgarter CITYGOLF-Anlage unweit des Max-Eyth-Sees führt. Vom „Put“ über den „Drive“ bis zum „Hole in One“ ist in allen Altersklassen alles möglich. Und so machten sich die rund 170 GTÜ-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sowie deren Familienangehörige nach der offiziellen Begrüßung durch die Geschäftsführer Dimitra Theocharidou-Sohns und Robert Köstler eifrig daran, ihr Talent am Golfschläger zu beweisen. Diejenigen, die sich damit etwas schwerer taten, konnten ihre Fingerfertigkeit dann mit Messer und Gabel an leckerem Grillgut unter Beweis stellen und es sich schmecken lassen. Und so war es für alle ein rundum gelungener, geselliger und schöner Tag, der die Kontaktbeschränkungen sowie die lange Phase der Arbeit von Zuhause der vergangenen Monate schnell vergessen machte. Vielen Dank an die Organisatorinnen der Personalabteilung der GTÜ für die perfekte Organisation und eine wunderschöne Veranstaltung!

Fahrlehrer: „Monopol ist nicht mehr zeitgemäß“

Die GTÜ bekommt Verstärkung beim Kampf gegen das Monopol bei den Fahrerlaubnisprüfungen.

(Foto: Clemens Herwig HNA)

Fahrschulbesitzer Aribert Kirch aus dem hessischen Alheim ist leidgeprüft, was das Monopol bei den Fahrerlaubnisprüfungen angeht. Im Gespräch berichtet er von den vielen Hürden im Alltag – und wäre froh, wenn mit der Zulassung einer Organisation wie der GTÜ Abhilfe geschaffen werden könnte. Dafür setzt er sich auch in seiner Funktion als Vorsitzender der Hessischen Fahrlehrervereinigung ein.

Herr Kirch, warum sind Sie so ein engagierter Kämpfer gegen das Monopol geworden?

In meinem Alltag habe ich immer wieder erfahren, dass Fahrschüler keine Lobby besitzen. So hat der TÜV ohne stichhaltige Begründung einen Standort für die Theorieprüfungen geschlossen, Fahrschüler müssen jetzt Anfahrtswege von teils mehr als 25 Kilometer in Kauf nehmen. Im Falle der Mofa-Fahrerlaubnis bedeutet das für einen 15-Jährigen einen Weg von 50 Kilometern, nur um die Prüfbescheinigung zu bekommen. Viele Fahrschüler können ihre Prüfungen nicht zeitnah ablegen, weil der TÜV nicht genügend Prüfplätze zur Verfügung stellt. Immer wieder passiert es, dass nur halb so viele Prüfungen abgenommen werden, wie wir angemeldet haben. Dann müssen wir die Fahrschüler erneut anmelden und die ganze Prozedur beginnt von vorne. Das geht auf Kosten der Fahrschüler und hindert uns an der Ausübung unseres Berufs. Nur als Monopolist kann sich der TÜV erlauben, seine Kunden wie Bittsteller zu behandeln.

Warten statt starten: die härteste Prüfung (Foto: Bernhard Kahrmann)

Können Sie Ihre Kritik noch etwas näher erläutern?

Selbstverständlich! Es werden zum Beispiel vom TÜV Regeln zum Nachteil der Fahrschüler aufgestellt, die diese schlucken müssen. Auch wir Fahrlehrer sind mit kleinlichen Vorgaben auf 15 Seiten gegängelt worden. In Thüringen, wo die Dekra – wie in den anderen neuen Bundesländern auch – prüft, reicht aber ein einziges Blatt mit Vorschriften. Dort können auch Prüftermine kurzfristig abgesagt werden und ein anderer Prüfling kann zum Zuge kommen. Bei uns müssen die Fahrschüler in den meisten Fällen trotzdem zahlen. Der TÜV behandelt die Fahrschüler nicht wie Kunden, sondern sieht sie als bequeme Einnahmequelle. Ein weiteres Beispiel für die allgemeine Kundenunfreundlichkeit ist die komplette Abschaffung der Barzahlung. Die meist jugendlichen Fahrschüler müssen stattdessen umständlich erstmal Gutscheine erwerben.

Was können Sie gegen die Willkür des TÜVs tun?

Unser Ziel ist die Zulassung weiterer Organisationen, die die Fahrerlaubnisprüfungen abnehmen dürfen. Bei den Kfz-Untersuchungen nimmt schon lange nicht mehr eine einzelne Organisation allein die Prüfungen ab. Dort sieht man: Der Wettbewerb stärkt die Rechte der Kunden. Das Gesetz zu den Fahrerlaubnisprüfungen stammt aus dem Jahr 1947. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Haben Sie schon etwas erreicht?

Wenn der Fahrschüler zur Prüfung nicht erscheint, sind die Fahrschulen in Hessen heute keine Kostenschuldner des TÜV mehr. Dies ist ein Erfolg der Fahrlehrervereinigung Hessen, den wir zusammen mit unserem Rechtsanwalt Dieter Posch erreicht haben. Mit Posch, der selbst elf Jahre Wirtschafts- und Verkehrsminister in Wiesbaden gewesen ist, hatten wir einen Termin im Ministerium, bei dem auch Vertreter vom TÜV dabei gewesen sind. Das Verkehrsministerium beauftragte daraufhin den Regierungspräsidenten von Darmstadt mit der Überprüfung der Anordnungen des TÜV. Dieser stellte fest, dass die Vorschriften teilweise rechtswidrig waren. Das sogenannte Merkblatt musste danach geändert werden, von ehemals 15 Seiten sind noch zwei Seiten übriggeblieben. Das wichtigste Ergebnis ist, dass bei namentlicher Meldung der Fahrschüler die Fahrschulen nicht mehr als Kostenschuldner dastehen, wenn der Fahrschüler nicht erscheint.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir konnten schon Politiker für das Thema sensibilisieren, Anfragen zum Monopol bei den Fahrerlaubnisprüfungen wurden im Hessischen Landtag sowie im Bundestag gestellt. Hessenweit informieren wir Fahrschulen mithilfe unseres Newsletters, es gab mehrfach Beiträge in Presse und Rundfunk, wir knüpfen Kontakte mit Mitstreitern und machen Entscheidungsträger auf die Probleme aufmerksam. Wir sind der Überzeugung: Das Monopol von TÜV in den alten und Dekra in den neuen Bundesländern gehört auf den Prüfstand. Und dann abgeschafft!

Zur Person: Aribert Kirch

Aribert Kirch, 64 Jahre alt, bildet seit über 35 Jahren Fahrschüler in Alheim, Rotenburg an der Fulda und Bebra aus. Er besitzt eine Fahrschule mit 10 Mitarbeitern und ist Vorsitzender der Fahrlehrervereinigung Hessen. Für die FDP engagiert er sich in der Kommunal- und Landespolitik. Sein Credo: Mehrheiten bekommt man mit guten Argumenten.