So geht sicheres Campen

Endlich angekommen! Jetzt nur noch fünf GTÜpps beherzigen.

(Foto: Blake Wisz)

Manchmal ist der Weg ist das Ziel, entscheidend beim Campen aber ist das Ankommen. Draußen sein, die Natur spüren und die Zeit genießen – das eint alle, die mit Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs sind. Die nötigen Sicherheitshinweise zum Camping kommen von der GTÜ.

5 – Verkabelt

Der Elektroanschluss am Freizeitfahrzeug ist heute üblich, um dieses mit „Landstrom“ zu versorgen. Nach außen gibt es einen Anschlussstecker, am Stellplatz findet sich die Gegenseite. Ein Verlängerungskabel verbindet beide. Die richtige Reihenfolge: Erst am Fahrzeug einstecken und dann am Stromverteiler. Blaue CEE-Anschlüsse sind dabei heute Standard – glücklicherweise. Denn sie stellen eine  sichere Verbindung her. Die meisten handelsüblichen CEE-Verlängerungskabel haben Leitungsquerschnitte von 2,5 Quadratmillimeter, um selbst stärkere Verbraucher zu versorgen. Dünnere Kabel sind tabu, Kabel- und Anschlussbasteleien ebenso: Auf älteren Campingplätzen helfen hochwertige Adapter beim Anschluss des CEE-Kabels an die dort manchmal noch vorhandenen Haushaltssteckdosen. Immer die gesamte Länge des Kabels abwickeln – falls es sich unter starker Last erwärmt, könnte sonst  die Ummantelung schmelzen oder gar brennen. Überlängen am besten locker und damit gut umlüftet unter dem Fahrzeug ablegen. Vor der Abreise und dem Aufrollen erst ausstecken und dann das Kabel auf Schnitte, Risse und Quetschungen kontrollieren.

– Stolperfallen

Diese gilt es am Stellplatz zu vermeiden. Gasschläuche und Elektroleitungen am besten nah an Wänden verlegen und Querwege kurz halten. Wenn beim Kabelkauf eine Farbwahl besteht: Ein Kabel in leuchtender Signalfarbe sieht man viel besser, wenn es im Gras liegt. Gefahr geht auch von Heringen und Abspannleinen aus, diese sieht man insbesondere bei Dunkelheit kaum. Schraubheringe halbieren dieses Stolperpotential, weil sie nach dem Einschrauben bodenbündig sind. Mit kleinen Solarleuchten kann man die Abspannstellen und Stützstangen markieren – so schlägt jeder einen sicheren Bogen um diese Gefahrenstellen.

– Umgang mit Gas

In vielen Wohnwagen und Wohnmobile versorgt Brenngas Herd und Heizung und manchmal auch den Kühlschrank. Vorsicht ist oberstes Gebot. Die Stahl- oder Aluminiumflaschen stehen in einem Gaskasten, der vom Wohnraum abgetrennt ist. Die Schläuche bitte immer sorgfältig anschließen und im Zweifelsfall zweimal prüfen, ob sie fest verschraubt sind. Bei Nichtgebrauch das Absperrventil der Gasflasche zudrehen. Für die Fahrt die Flasche immer fest verzurren. Falls doch einmal Gasgeruch in die Nase sticht, alle offenen Flammen löschen – natürlich ohne Zigarette in der Hand. Danach die Geräte ausschalten, Gasflaschen zudrehen und  Fenster und Türen öffnen, um kräftig zu lüften. Wichtig: keine elektrischen Schalter betätigen, das könnte einen Zündfunken erzeugen. Ein Fachmann sollte dann die gesamte Gasanlage überprüfen. Die GTÜ-Experten können das.

2 – Schnelles Löschen

Ein griffbereites Feuerlöschspray ist eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme. Direkt neben der Eingangstür untergebracht ist sie innen und von draußen rasch zu greifen. Wer rasch handelt, kann so einen Kleinbrand eindämmen und größeren Schaden verhindern. Das Haltbarkeitsdatum beachten – und pünktlich gegen frisches Feuerlöschspray tauschen.

– Sensible Sensoren

Zusätzliche Sicherheit im Freizeitfahrzeug geben elektronische Warneinrichtungen. Diese sind preisgünstig zu bekommen – und wichtige Sicherheitsbausteine. Drei Stück sind empfehlenswert: Ein CO-Warnmelder überwacht die Kohlenmonoxidkonzentration in der Luft und warnt mit lautem Signal, wenn diese einen kritischen Wert übersteigt. Ein Brenngaswarnmelder detektiert Propan und Butan und gibt in diesem Fall ebenfalls einen lauten Warnton ab. Und ein Rauchwarnmelder an der Decke piept vernehmlich wenn ein Brand entstanden ist, und ermöglicht damit vor allem eins: die schnelle Flucht nach draußen oder, wenn niemand im Fahrzeug ist, eine schnelle Hilfe von außen.

Der Countdown fürs Camping-Boomjahr

Ob Wohnwagen oder Wohnmobil, die Sicherheit fährt mit in den Urlaub.

Wo das Land endet und die Freiheit beginnt: Camper trifft Leuchtturm

Die eigenen vier Wände mit in den Urlaub zu nehmen ist zum Trend für die Deutschen geworden, die Zulassungen von Wohnmobilen und Wohnwagen boomen. Für viele geht es in diesem Jahr daher erstmals auf Tour. Der Countdown läuft, die GTÜ gibt wichtige Sicherheits-Hinweise mit auf den Weg.

10 – Ausmaße

Abgesehen von kleinen Kastenwagen haben Campingfahrzeuge größere Abmessungen als die meisten Personenwagen. Daraus ergeben sich maximale Durchfahrtshöhen und -breiten – entsprechende Schilder sind zu beachten, etwa an Einfahrtstoren oder engen Bahnüberführungen. Ein simpler Trick kann helfen, brenzlige Situationen zu vermeiden: ein Spickzettel im Cockpit mit allen wichtigen Eckdaten, Höhe, Breite, Länge inklusive Fahrradträger, zulässiges Gesamtgewicht und Achslast(en). Ebenfalls hilfreich sind spezielle Routenplaner, die diese Eckdaten berücksichtigen und eine Strecke berechnen, die Nadelöhre vermeidet.

9 – Blick nach oben

Insbesondere Neulinge mit Wohnwagen und Wohnmobil richten ständig den Blick nach vorn, links, rechts oder hinten. Den Blick nach oben jedoch nicht vergessen, denn auch von dort drohen Hindernisse, zum Beispiel herabhängende Äste.

8 – Fahrmanöver

Große Campingfahrzeuge und Gespanne benötigen mehr Raum zum Rangieren, Abbiegen, Ausscheren und Einscheren. Daher immer ein wenig stärker ausholen als mit dem Pkw, um nicht irgendwo hängen zu bleiben. Aber Achtung, dabei kommt man leicht auf die Gegenfahrbahn, deshalb den dortigen Verkehr immer im Auge behalten.

Rollendes Zuhause: Auf dem Weg durch Rumänien

7 – Klangbild

Die Geräuschkulisse in einem Wohnmobil ist im Vergleich zum ruhigen Pkw anders. Es klappert in Schränken, vielleicht fällt in einem Staukasten mal etwas um, der Motor brummt dazu sein meist vernehmliches Lied. Bloß nicht ablenken lassen oder gar in Richtung Wohnraum umdrehen.

6 – Geschwindigkeit 

Wohnwagengespanne dürfen außerorts mit maximal 80 km/h unterwegs sein. Es sei denn, der Anhänger erfüllt die Anforderungen für Tempo 100 auf Schnellstraßen und Autobahnen. Wohnmobile bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht dürfen prinzipiell so schnell unterwegs sein wie ein Pkw – doch ratsam ist eine solche flotte Fahrt insbesondere für Neulinge nicht. Denn Beschleunigung, Brems- und Kurvenverhalten unterscheiden sich deutlich vom Pkw. Auch mit Seitenwindempfindlichkeit ist zu rechnen. Für die Campingfahrzeuge gelten mitunter auch andere Verkehrszeichen als für Personenwagen.

5 – Gewicht

Freizeitfahrzeuge bringen weit mehr Kilogramm auf die Waage als die meisten Pkw. Das macht sich zum Beispiel beim Beschleunigungsvermögen bemerkbar, etwa auf der Einfädelspur der Autobahn. Ein Sprint ist selbst bei durchgedrücktem Gaspedal kaum möglich. Auch auf Bremsungen wirkt sich das Gewicht aus – der längere Anhalteweg ist einzukalkulieren.

4 – Umsicht

Vorausschauend, ruhig und überlegt fahren – diese Devise gilt mit einem Freizeitfahrzeug noch mehr als mit dem Pkw, um unangenehme oder gar brenzlige Situationen zu vermeiden. Der Abstand zum Vorherfahrenden sollte stets großzügig bemessen sein, wobei dann freilich damit zu rechnen ist, dass so mancher Pkw in die schöne Lücke schert – und dann vielleicht sogar stark bremst, um wenige Meter später flott die Autobahnabfahrt zu nehmen. Da hilft nur Gelassenheit.

Sicherheit verbindet: die Schnittstelle zwischen Wagen und Wohnwagen

3 – Instabilität 

Gefürchtet bei Gespannfahrern ist das Pendeln und Schlingern. Ob es eintritt, hängt von vielen Faktoren ab, etwa Aufbauform, Lastverteilung, Stützlast, Masse, Deichsellänge, Überhang, Achssteifigkeit und der Masse des Zugfahrzeugs. Tritt es auf, gibt es nur eine richtige Maßnahme: Bremsen. Die zweite Empfehlung ist, das Anhängergewicht zu reduzieren. Anhänger-Sicherheitskupplungen und eine elektronisch gesteuerte Anhängerstabilisierung entweder im Zugfahrzeug oder im Trailer können die Wank- und Pendelneigung deutlich reduzieren.

2 – Bugsieren 

Ein spannendes Kapitel ist das Rückwärtsfahren und Rangieren, insbesondere mit dem Wohnwagengespann. Da kann man nur üben, um Routine zu bekommen – was aber im öffentlichen Verkehr mitunter nicht geht. Eine zweite, einweisende Person macht die Sache einfacher oder – insbesondere bei Gespannen – überhaupt erst möglich. Diese Person sollte nie hinter dem Mobil stehen, sondern so, dass der Fahrer sie stets im Rückspiegel sieht. Eine Rückfahrkamera kann helfen.

1 – Probieren

Um sich mit dem ungewohnten Gefährt vertraut zu machen, können ein paar Proberunden auf einem leeren Parkplatz hilfreich sein. Auch ein Sicherheitstraining empfiehlt die GTÜ. Dort lernt man nicht nur den Umgang mit kniffeligen Situationen im Verkehr, sondern übt meist auch das Rangieren und erhält viele weitere praktische Tipps.

0 – Los geht’s

Es kann losgehen: Gute Fahrt und schönen Campingurlaub.

Mobile Doppelhaushälften in der französischen Provinz

Privatleben und Beruf erfolgreich unter einem Hut

Die GTÜ erhält erneut das Zertifikat des Audits berufundfamilie für ihre familienfreundliche Personalpolitik.

Ein Herz für die Familie: bei der GTÜ sollen Privat- und Arbeitsleben harmonieren

Die Vereinbarkeit von Beruf, Privatleben und Familie ist mehr denn je gefragt. Lebensqualität zählt eben – und zahlt sich aus: Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH hat erneut die Auszeichnung mit Prädikat des Audits berufundfamilie erhalten. Es bestätigt, dass die langfristige Personalpolitik des Unternehmens familiengerecht und lebensphasenbewusst ist. Die offizielle Würdigung fand am 21. Juni 2022 im Rahmen eines Online-Events statt mit Bundesfamilienministerin Lisa Paus statt.

Hilfreich – und gut für das Betriebsklima

„Die Unternehmensstrategie der GTÜ berücksichtigt stets die Familiensituation und Lebensphasen unserer Mitarbeitenden. Dies trägt einen großen Anteil zu unserem äußerst guten Betriebsklima bei“, sagt Geraldine Katz, Personalleiterin der GTÜ. Die Mitarbeitenden der Prüforganisation nutzen die Möglichkeiten –und honorieren sie. „Der wahre Wert einer verlässlichen Bindung zum Unternehmen zeigt sich erst deutlich in Krisensituationen“, sagt Anke Heine, Referentin Marketing. „Ich bedanke mich ganz herzlich bei der GTÜ für die Unterstützung während der Pflegezeit meiner beider Eltern und die damit verbundene flexible Gestaltung meiner Arbeitszeit.“

Urkunde für Familienfreundlichkeit: Melanie Treyz und Geraldine Katz

Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmenden

Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, unterstreicht anlässlich des Zertifikats-Online-Events: „Die Coronapandemie hat nochmals unser Bewusstsein dafür geschärft, wie sehr Entwicklung, Umsetzung und Nutzen von Vereinbarkeitsangeboten von dem Miteinander abhängig sind – dem Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmenden sowie vor allem auch von den Beschäftigten untereinander.“ Schmitz fasst zusammen: „Eine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik braucht solidarisches Denken und Handeln.“

Auszeichnung bestätigt die GTÜ

Für die GTÜ ist klar: Der Nutzen einer familienfreundlichen Personalpolitik für alle Seiten lohnt den Aufwand für das Zertifikatsverfahren – und vor allem für alle Möglichkeiten, die das Unternehmen den Mitarbeitenden zur Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf einräumt. Das jüngste Audit hat wieder einmal bestätigt, dass die GTÜ ihren hohen Entwicklungsstand beibehält und bedarfsgerecht ausbaut. Die Prüforganisation wurde erstmals im Jahr 2012 mit dem Zertifikat ausgezeichnet. Es hat jeweils eine Laufzeit von drei Jahren und kann mit einer Anschlussprüfung verlängert werden.

Zufriedene Mitarbeitende

Entscheidend aber ist, dass die Familienfreundlichkeit auch gelebt wird. Achim Eberspächer, Referent Kompetenzzentrum, kann das nur bestätigen: „Bis heute bin ich mit der GTÜ als Arbeitgeber hochzufrieden. In 17 Jahren Betriebszugehörigkeit hatte ich ein einjähriges Sabbatical, die Elternzeit mit meinen neugeborenen Kindern und eine geregelte, individuell abgestimmte Wiedereingliederung nach einer längeren Krankheitsphase. Selbst eine Elternzeit im achten Lebensjahr meines Kindes war ohne weiteres möglich. Ich bin dankbar und glücklich, zur GTÜ Familie zu gehören.“

Audit berufundfamilie

Das Audit berufundfamilie steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundesfamilienministeriums und wird von führenden deutschen Wirtschaftsverbänden empfohlen. Initiiert hat es die Hertie-Stiftung. Im Juni 2022 wurden bundesweit 343 Unternehmen, Hochschulen oder Institutionen mit dem Zertifikat ausgezeichnet. Seit der Einführung im Jahr 1998 haben es mehr als 1.800 Arbeitgeber erhalten. Weitere Informationen unter berufundfamilie.de.