Was tun bei Schäden nach dem Unwetter?

Auf die Versicherung und richtiges Handeln kommt es an

Kurz und sehr heftig – so schlagen Starkregen, Hagel oder auch Stürme zu. Meist ist sind die Unwetter lokal begrenzt, doch wo sie eintreten, geht auch auf wenig Fläche oft vieles kaputt. Auch Autos sind häufig betroffen. Die GTÜ fasst wichtige Eckpunkte zusammen, die bei der Regulierung diverser Schadenereignisse eine Rolle spielen.

Elementarschäden

Unter diesen Begriff fällt alles, was von Naturgewalten verursacht wird. Dabei kann es sich um Hagel handeln, der Autos übel verunstaltet. Oder um Wasserschäden, wenn ein Fahrzeug durch einen über die Ufer getretenen Bach geflutet wird. In diese Kategorie fallen ebenso während eines Sturms aufs Auto herabstürzende Äste oder gar umgeknickte Bäume, die das Fahrzeug schwer beschädigen. Weitere Stichworte für Elementarschäden: Blitzeinschlag, Erdrutsche, Erdbeben oder Schneemassen, die vom Hausdach auf einen Wagen stürzen.

Teilkaskoversicherung

Für dieses weite Feld der Elementarschäden kommt in der Regel die Teilkaskoversicherung auf. Sie muss über die Haftpflichtversicherung hinaus abgeschlossen werden. In den Verträgen ist in den meisten Fällen eine Selbstbeteiligung aufgeführt, die der Fahrzeughalter zu übernehmen hat. Die Kosten für die Versicherung ändert sich durch einen Schadensfall nicht, somit ist auch der Schadenfreiheitsrabatt nicht betroffen.

Vorgaben und Ausnahmen

Einschränkungen gibt es allerdings: In vielen Verträgen ist zum Beispiel festgehalten, dass ein Fahrzeug vor einem angekündigten Unwetter ordnungsgemäß abgestellt sein muss oder dass der Schaden nicht vermeidbar war. Letzteres trifft zu, wenn ein Auto während der Fahrt plötzlich von Hagelkörnen getroffen und beschädigt wird. Die Vorgaben können zum Streit über Leistungen führen. Kritisch wird es beispielsweise für Versicherungskunden, wenn ihr Auto trotz konkreter Hochwasserwarnungen nicht in Sicherheit gebracht wurde.

Vollkaskoversicherung

Die Vollkaskoversicherung kommt zum Zuge, wenn ein Auto während der Fahrt durch die Fluten Schaden nimmt. Dann nämlich liegt ein Eigenverschulden vor, was diese Sparte der Versicherung abdeckt. Grob fahrlässig sollte allerdings nicht gehandelt werden. Zum Beispiel wenn ein Fahrer sehenden Auges in tief stehendes Wasser – beispielsweise in einer Unterführung – steuert und das Auto aufgrund der Flut stehenbleibt. Auch aus diesem Blickwinkel ist es also sinnvoll, überschwemmte Straßen zu meiden. Ganz abgesehen davon, dass von Wasser verursachte Schäden an Mechanik oder Elektronik oft nur zu hohen Kosten repariert werden können. Reicht das Wasser bis zu den Seitenscheiben, ist sogar ein wirtschaftlicher Totalschaden zu befürchten.

Immer wichtig: Schäden dokumentieren

Haben Naturgewalten von Hagel bis Hochwasser ein Auto beschädigt, ist eine ausführliche Dokumentation der Situation wichtig. Eine Handykamera bietet da gute Dienste, dazu gilt es Ort und Uhrzeit zu notieren. Mit diesen Daten ist die Versicherung möglichst rasch zu informieren. Geht es um einen Hagelsturm, der zahlreiche Fahrzeuge in einem lokalen Umfeld getroffen hat, organisieren die Versicherer in vielen Fällen eine Halle. Dort werden die Autos von Experten geprüft, zum Beispiel von Gutachtern der GTÜ. Die Kosten übernimmt in den meisten Fällen die Versicherung. Wichtig: Vor der Begutachtung sollte nicht mit Instandsetzung der Unwetterschäden begonnen werden.

Prüfung durch Sachverständige

Sachverständige wie die GTÜ-Spezialisten arbeiten neutral und unabhängig. Sie erkennen dank technischer Ausrüstung auch Schäden, die mit bloßem Auge kaum auszumachen sind. Aus den Gutachten gehen Schadensart wie Schadenshöhe hervor. Diese Summe wird entweder an die Werkstatt überwiesen, die den Schaden repariert. Geht es nur um optische Mängel, kann sich ein Fahrzeughalter die Summe mit gewissen Abzügen ausbezahlen lassen. Er muss danach eine Wertminderung seines Fahrzeugs beim Wiederverkauf in Kauf nehmen und bis dahin mit den optischen Mängeln leben.

Wenn‘s richtig schüttet – Tipps für Fahren bei Starkregen

Extreme Wetterlagen fordern volle Aufmerksamkeit

Starkregen kommt oft unverhofft. Dann steht plötzlich die Straße unter Wasser, die Tiefgarage läuft voll oder das Auto gibt wegen Wasserschäden an der Technik den Geist auf. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann richtig gefährlich werden. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH weiß, worauf man bei heftigen Regenfällen achten sollte und wie man sich selbst und das Auto schützen kann.

Frühzeitig warnen lassen

Unwetterwarnungen erreichen uns längst nicht mehr nur aus dem Radio oder dem Wetterbericht im Fernsehen: Auf dem Handy kann man Apps wie NINA oder Katwarn installieren – und das sollte man auch machen! Denn diese öffentlichen Services senden wichtige Infos direkt aufs Endgerät, und zwar in Echtzeit und standortgenau. Auch viele Versicherungen schicken inzwischen Warnmeldungen aufs Handy.

Risiken ernst nehmen

So gewappnet, fühlen sich drohende Unwetterlagen schon weniger riskant an. Dennoch: Starkregen kündigt sich zwar häufig an, aber wo genau es zu Überflutungen kommt, lässt sich auch mit modernster Meteorologie nicht immer exakt vorhersagen. Bei entsprechenden Warnungen vor Starkregen für die eigene Region sollten weniger wichtige Fahrten möglichst verschoben werden.

Nicht einfach durchfahren

Ist es nur eine große Pfütze, oder steht das Wasser viele Zentimeter hoch? Was aus dem Auto harmlos aussieht, kann schnell gefährlich werden. Bereits ab einem Wasserstand von 2,5 Millimetern kann ein Fahrzeug aufschwimmen – das gefürchtete Aquaplaning. Zum Glück lässt es sich meist mit ordentlicher Bereifung und angepasstem Tempo vermeiden. Anders sieht es bei größeren Wassertiefen aus: Ab rund 20 Zentimetern droht kompletter Kontrollverlust. Und ab 30 Zentimetern kann das Wasser den Wagen sogar zum Schwimmen bringen.

Tiefgaragen meiden

Wer unterwegs ist und in ein heftiges Unwetter gerät, sollte den Wagen möglichst an einer höhergelegenen Stelle parken. Dabei haben wir uns gemerkt: Nicht in die Tiefgarage fahren! Die kann sich schneller füllen, als man denkt – und das kann lebensgefährlich werden. Wer auf Schnellstraßen unterwegs ist, findet oft Ausweichbuchten oder Abzweigungen, um das Unwetter abzuwarten. Auch mehrstöckige Parkhäuser sind gute Rückzugsorte, aber nicht unbedingt im Erdgeschoss. Aus dem gleichen Grund gilt Vorsicht auch bei Unterführungen und Senken: Dort sammelt sich das Wasser ebenfalls besonders schnell. Deshalb: meiden – nicht nur wegen möglicher technischer Schäden, sondern auch wegen der Gefahr für Leib und Leben.

Ruhe bewahren und retten

Es ist keine schöne Vorstellung: Steigende Wassermassen bei extremen Hochwasserlagen umschließen das Auto und man kann nicht mehr weiterfahren. In dieser Situation unbedingt Ruhe bewahren, denn nun ist besonnenes und zügiges Handeln gefragt: Sofort den Motor abstellen, dann langsam die Türen öffnen und das Auto verlassen. Nasse Kleidung ist dabei zweitrangig – die eigene Sicherheit hat Priorität. Außerdem wichtig: Wertgegenstände und Papiere mitnehmen, Fenster schließen und die Türen zudrücken. Danach ist ein höhergelegenes Terrain der sichere Rückzugsort, um Hilfe anzufordern.

Nach dem Hochwasser prüfen lassen

Wenn das Wasser zurückgeht, ist die Gefahr noch nicht vorüber. Wer sein Fahrzeug nach einer Überschwemmung einfach startet, riskiert teure Folgeschäden. Bordelektronik, Sensoren und Steuergeräte können bereits durch kleine Mengen an Feuchtigkeit beeinträchtigt sein. Die GTÜ rät daher: Fahrzeug abschleppen und in einer Fachwerkstatt prüfen lassen. Nur so können sicherheitsrelevante Systeme wie Bremsen, Airbags und Elektronik gründlich kontrolliert und der komplette Wagen getrocknet werden. Ein nasser Innenraum kann nämlich auch Wochen später noch zu Schimmel oder Kurzschlüssen führen.

Für die Ferien muss der Kofferraum wachsen

Mehr Gepäck mitnehmen, aber mit mehr Sicherheit

Wirklich so viel Gepäck für die schönste Zeit des Jahres? Ja! Denn wenn der Urlaub vor der Tür steht, wird’s schnell eng im Kofferraum. Wir denken an das Kinderspiel „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ – diesmal hat die Familie offenbar sehr ausgiebig gespielt. Zum Glück gibt’s ja praktische Lösungen wie Dachboxen, Heckboxen oder kleine Anhänger, die für ordentlich zusätzlichen Stauraum sorgen. Aber Achtung: Wer sein Fahrzeug erweitert, sollte ein paar wichtige Dinge beachten – damit die Reise nicht nur komfortabel, sondern auch sicher und regelkonform verläuft.

Die Dachbox – beliebt, aber nicht ganz ohne

Die Dachbox ist der Klassiker unter den Stauraumerweiterungen. Mit 300 bis 600 Litern Volumen passen jede Menge Kleidung, Spielzeug oder Campingzubehör hinein. Doch allzu schweres Gepäck gehört nicht aufs Dach, denn eine randvolle Box verändert den Schwerpunkt des Autos und wirkt sich auf das Fahrverhalten aus. Während der Fahrt gilt die zulässige Dachlast – sie ist in der Betriebsanleitung zu finden, nicht im Fahrzeugschein! Meist liegt diese inklusive Trägersystem und Eigengewicht zwischen 50 und 100 Kilogramm. Ebenfalls gut zu wissen: Eine Dachbox erhöht den Luftwiderstand – was je nach Fahrweise den Kraftstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent steigen lässt.

Die Heckbox – praktisch und rückenschonend

Eine Heckbox wird auf der Anhängerkupplung montiert und ist eine gute Alternative zur Dachbox – vor allem, weil man sich das Hantieren über Kopf spart. Sie fasst meist 200 bis 400 Liter, was für Urlaubsgepäck oft völlig ausreicht. Wichtig ist hier die sogenannte Stützlast – also das Gewicht, das auf die Kupplung wirken darf. Die steht im Fahrzeugschein (Punkt 13) oder direkt am Kugelkopf. Oft sind es zwischen 50 und 75 Kilogramm. Klingt nach viel – ist es aber nicht unbedingt: Wenn Träger und Box schon 30 Kilogramm wiegen, bleiben bei 50 Kilogramm Stützlast eben nur noch 20 Kilogramm fürs Gepäck. Also: Gewicht vorher checken und nicht überladen. Un beachten, dass sich auch hier das Fahrverhalten verändert.

Der Anhänger – wenn’s richtig viel wird

Für große Gepäckmengen oder sperrige Dinge ist ein Anhänger oft die beste Lösung. Mit Planenaufbau wird alles wettergeschützt. Das zulässige Gewicht steht in den Fahrzeugpapieren. Wichtig ist auch hier die Stützlast, also das Gewicht, das auf die Kupplung drückt. Deshalb: Gepäck im Anhänger gut verteilen, damit nichts aus dem Gleichgewicht gerät. Wer ins Ausland fährt (zum Beispiel die Niederlande, Österreich oder die Schweiz), muss den Anhänger mit einer zusätzlichen Sicherung wie einem Seil oder einer Kette mit dem Auto verbinden – sonst drohen saftige Bußgelder. Übrigens: Auch auf der Autobahn gilt mit Anhänger meist Tempo 80.

Ladung immer richtig sichern!

Egal, wo das Gepäck untergebracht ist – gut verzurrt muss es sein! Denn bei einer Vollbremsung sollte die Ladung keinesfalls durch die Gegend fliegen. Das schützt nicht nur den Inhalt von Koffer und Co., sondern vor allem die Insassen. Eine korrekte Ladungssicherung ist ein echter Sicherheitsfaktor!